Finanzielle Unabhängigkeit – Was sie bedeutet und wie man sie erreicht

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet genau das was der Ausdruck schon erahnen lässt: Man ist nicht abhängig von Anderen, von einem Job, von Kreditinstituten, von Banken, etc…
Man ist nicht darauf angewiesen, jeden Tag zur Arbeit gehen zu müssen, um Rechnungen bezahlen zu können, man hat keine Bank im Nacken sitzen, die Zahlungen verlangt (z.B. die Tilgung eines Kredites), kurz gesagt: Man ist nicht auf das Geld Anderer angewiesen.

Eine traumhafte Vorstellung oder?

Nie mehr arbeiten müssen und das Leben einfach genießen…
So stellen sich doch die meisten von uns die finanzielle Unabhängigkeit vor. Doch brauchen wir für diese finanzielle Freiheit wirklich Millionen von Euros auf dem Konto? Müssen wir stinkreich sein, um einfach alles aus der „Portokasse“ zahlen zu können?

 

Finanzielle Unabhängigkeit und nie wieder arbeiten?

Die meisten Menschen verbinden finanzielle Unabhängigkeit sicherlich mit dem Gedanken, nie wieder arbeiten zu müssen…
Gehen wir einmal davon aus, dass wir nicht im Lotto gewinnen oder ein unerwarteter Geldsegen auf uns einprasselt. Auch als Unternehmer wird man nicht von heute auf morgen stinkreich. Was müssen wir also tun, um trotzdem heute schon finanziell unabhängig leben zu können?

finanzielle Unabhängigkeit

Wie erreicht man finanzielle Unabhängigkeit?

  1. Erstelle eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung! Liste alle deine Kosten auf, die monatlich anfallen! Die Gesamtsumme ist der Geldbetrag, der jeden Monat erwirtschaftet werden muss. Das gleiche machst du mit deinen Einnahmen.
  2. Errechne nun die Differenz! Das ist der Betrag, den du monatlich übrig hast.
  3. Gib diesen nicht aus!!!!!
  4. Reduziere deine Ausgaben auf ein Minimum (mit steigenden Einnahmen kannst du ihn später wieder erhöhen)! Stichwort: Minimalismus
  5. Gib die eingesparten Ausgaben nicht an anderer Stelle wieder aus!!!!
  6. Reduziere deinen Konsum!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! (Gib‘ dein Geld nicht für materialistischen Unfug aus, der nach ein paar Tagen sowieso wieder langweilig wird!)
  7. Versuche nicht mit anderen Menschen mitzuhalten, wenn es um Angeberei oder Protz geht!
  8. Investiere dein verfügbares Geld! Leg‘ dir Vermögenswerte zu!

Investieren für die finanzielle Unabhängigkeit

Wer finanziell deutlich unabhängiger werden möchte, der muss sich mit dem Thema Investieren beschäftigen. Auf dem Girokonto sollte dein Geld nur für regelmäßige Ausgaben liegen bleiben. Alles was nicht ausgegeben wird, sollte nicht auf einem Konto liegen, das keine Zinsen bringt. Es reicht für den Anfang erstmal aus, wenn du dieses Geld auf ein Tagesgeldkonto packst.

Ich weiss, in Zeiten unserer Niedrigzins-Politik ist das nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin besser als ein Girokonto…
Auch wenn du monatlich nur kleine Beträge sparst, kommst du damit deinem Ziel von der finanziellen Unabhängigkeit näher und näher.

Tipps zum Thema Geldanlagen:

  • Erstmal kleine Beträge anlegen – Gerade bei kleinen Geldbeträgen macht es Sinn, nicht kurzfristig nach der Rendite zu schauen sondern über einen längeren Zeitraum. Dies kann eine zusätzliche Motivation sein, Geld zu sparen. Und: Kleine Beträge tun nicht weh und man vermisst sie nicht.
  • Lege nicht das zurück, was am Ende des Monats übrig bleibt, sondern entscheide dich für einen festen Sparbetrag und packe diesen am ANFANG des Monats weg. Bezahle dich selbst immer zuerst.
  • Rühre dieses Geld niemals niemals niemals an!!

finanzielle Unabhängigkeit

Hände weg von Krediten und Ratenzahlungen um finanzielle Unabhängigkeit überhaupt erreichen zu können

Ein Kredit oder auch private Leasingverträge sind das komplette Gegenteil von finanzieller Unabhängigkeit. Sie knebeln und fesseln dich in eine Abhängigkeit. Genau das wollen wir ja gerade nicht.
Natürlich kannst du in deinem Business/Geschäft sehr wohl Kredite aufnehmen, nur privat solltest du davon die Finger lassen. Ganz besonders von Konsumschulden (neues Handy finanzieren, neuen Fernseher auf Kredit, auf Pump in den Urlaub,…), solltest du dich ganz weit fern halten. Diese Darlehen ziehen dir das Geld aus der Tasche (+Zinsen) und die Gegenstände die du damit finanzierst verlieren i.d.R. rapide an Wert (oder hatten nie wirklich einen).

Konsumschulden

Heutzutage kann man alles ganz bequem mittels Kredit oder Ratenzahlung finanzieren. Auch wenn das Geld mal knapp sein sollte, so muss man trotzdem auf nichts mehr verzichten. Das ist natürlich sehr verlockend. Und sehr viele Menschen nutzen diese Angebote…
Aber die wenigsten dieser Menschen sind eben finanziell unabhängig – Und werden es wohl auch nie sein.
Es ist eine Frage der Einstellung: Brauchen wir diesen ständigen Konsum auf Kosten unserer Freiheit wirklich? Oder stillen wir damit nur kurzfristige Bedürfnisse?

Natürlich gibt es auch Fälle, in denen es schlicht und ergreifend keine andere Möglichkeit gibt.
Wenn man beispielsweise auf ein Auto angewiesen ist, das Alte kaputt geht und man sich kein Neues leisten kann… Tja dann geht es eben nicht anders (außer man hat vorgesorgt, z.B. durch regelmäßige Rücklagen 😉
In einem solchen Fall ist es einfach notwendig.
Doch das Problem an Konsumkrediten ist: Sie sind einfach unglaublich verlockend! Hat man einmal damit angefangen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man immer wieder schwach wird… „Es sind doch nur 300 Euro, mein Gott! Die hab‘ ich doch Ruck Zuck zurückgezahlt…“. Im Laufe der Zeit neigt man dazu, sich einen Lebensstil anzueignen, der schlicht und ergreifend nicht nötig wäre und die Realität dessen, was man sich eigentlich leisten kann, übersteigt.
Warum eine Digitalkamera für 100 Euro in Bar kaufen, wenn man sich eine tolle Spiegelreflexkamera für 1.200 Euro mittels 0% Finanzierung mit einer monatlichen Rate von 50 Euro über 24 Monate leisten kann?!

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass diese Finanzierung für Konsumgüter das Leben erleichtern. Es mag zwar am Anfang den Anschein erwecken, doch je mehr man finanziert desto mehr steigt die finanzielle Belastung und durch niedrige Raten hält diese über Jahre an.

Wie wirst du also finanziell unabhängig?

  • Leiste dir nur die Dinge, die du auch sofort bezahlen kannst (am besten, wenn du das Doppelte des Betrages übrig hast)!
  • Überziehe niemals dein Privat-Konto – Dispo-Zinsen sind happig!
  • Ist dein Konto doch mal überzogen, versuche so schnell es geht, wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen!
  • Kommst du von deinen Dispo-Schulden einfach nicht weg, frage bei deiner Bank nach, ob du sie in ein Privatdarlehen umwandeln kannst! Die Zinsen sind dort deutlich niedriger.

Wenn du es schaffst, dein Konsumverhalten zu verändern, wenn du nicht mehr jeden Schnick Schnack als nötig erachtest, wenn du nicht mehr jedem Trend hinterher rennst, dann bist du auf einem guten Weg, deine finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

In kleinen Schritten finanzielle Unabhängigkeit erreichen

„Kleinvieh macht auch Mist!“
Der Spruch klingt zwar abgedroschen, es steckt aber eine Menge Wahrheit drin.
Selbst wenn du nur 100€ mehr pro Monat zur Verfügung hast, bist du schon um 100€ unabhängiger.
Als schlauer Investor sehe ich z.B. nie die 100€ jetzt, sondern immer, was in Zukunft daraus werden kann.
Gebe ich sie aus, sind sie weg und ich muss wieder arbeiten um sie erneut rein zu holen…
Behalte ich die 100€, muss ich für 100€ weniger arbeiten – bin also um 100€ freier!

Schau dir deine Ausgaben an und lerne zu Sparen

Warum Sparen? Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Je mehr Geld ich jeden Monat zur Verfügung habe, desto schneller bin ich finanziell unabhängig.
Reich oder wohlhabend wird man nunmal nicht dadurch, dass man möglichst viel Geld ausgibt, sondern dadurch, dass man möglichst viel davon behält.
Leider leben und konsumieren so unglaublich viele Menschen in einem Ausmaß, als ob sie bereits reich wären… Und deshalb werden sie es nie!
Irgendwie paradox oder?

Ein Beispiel:

Habe ich einen monatlichen Verdienst von 2.000 Euro und meine monatlichen Ausgaben belaufen sich auf 1.800 Euro, so stehen mir lediglich 200 Euro für meine finanzielle Unabhängigkeit zur Verfügung. Senke ich jedoch meine monatlichen Ausgaben auf 1.200 Euro, so stehen mir plötzlich 800 Euro zur Verfügung.
Eigentlich ganz simpel – aber nicht unbedingt einfach…
Denn dafür muss man etwas bescheidener und minimalistischer denken. Man muss sich beherrschen, um nicht alles zu kaufen nur weil man es JETZT WILL.

Spartipps für die finanzielle Unabhängigkeit:

  • Geld sparen im Haushalt – Im Haushalt gibt es jede Menge Sparpotential. Hier lassen sich im Monat einige Hundert Euro einsparen.
  • Eine Woche kein Geld ausgeben – Es gibt auch noch eine andere Möglichkeiten seine täglichen Ausgaben unter die Lupe zu nehmen, versucht einmal eine Woche kein Geld auszugeben. Ein sehr interessanter Selbstversuch, der einem das eigene Konsumverhalten sehr deutlich vor
    Augen führt…
  • Geld sparen im Job – Der Job ist eigentlich zum Geld verdienen da, doch viele Leute geben hier oftmals zwischen 50 bis 100 Euro im Monat aus (Kaffee, Mittagessen, Snacks,…)
  • Ein Spar-Konto – Alle Ersparnisse solltest du auf ein separates Spar-Konto einzahlen. Wichtig dabei ist: Nicht am Ende des Monats das sparen was übrig bleibt, sondern am Anfang des Monats einen festen Betrag weg legen (am besten richtest du dir einen Dauerauftrag ein).

Trotz all dem Gespare solltest du dich aber niemals selbst quälen oder geisseln. Wenn Sparen zur Belastung wird, hält man es sowieso nicht auf Dauer durch. Spare also einen Betrag, der dir nicht wehtut, der aber trotzdem nicht lächerlich klein ist. Soviel wie möglich aber so wenig, dass es nicht wehtut.

 

Irrtum Nr. 1 – Ein eigenes Haus unterstützt die finanzielle Unabhängigkeit

Viele Menschen denken immer noch, dass ein Eigenheim die beste Möglichkeit ist, finanziell unabhängig zu werden…

finanzielle Unabhängigkeit

Dafür sollten wir uns zunächst anschauen, was eine eigene Immobilie aus finanzieller Sicht darstellt. Die meisten glauben, ein Eigenheim stellt eine Investition dar. Doch laut Definition führt eine Investition zu einer Mehr-Einnahme. Ein Eigenheim tut das aber nicht. Sicher, man zahlt nach 30 Jahren in denen das Haus abbezahlt wurde, keine Miete mehr. Dieses Geld hat man dann mehr in der Tasche. ABER: Man hat dadurch nicht MEHR in der Tasche… Man spart lediglich die Kosten für die Miete. Das Einkommen verändert sich dadurch nicht.

Ein Beispiel: Man verdient 2000€ im Monat. Die Miete bzw. die Tilgung für ein Eigenheim beläuft sich auf 800€. Ist das Eigenheim nun abbezahlt, spart man die 800€, der monatliche Verdienst beträgt aber nach wie vor 2000€.
Eine Investition sähe beispielsweise wie folgt aus: Man investiert 800€ (einmalig) und dadurch erhöht sich das Einkommen (dauerhaft) um 50€ monatlich. Nach 16 Monaten hätte man die Investition wieder raus, ab diesem Zeitpunkt hat man monatlich 50€ MEHR in der Tasche. DAS ist eine Investition.
Außerdem kostet einen ein Eigenheim auf Pump immer mehr, als es wert ist.
Hat ein Haus einen Wert von 300.000€ zahlt man durch die Zinsen bei der Finanzierung am Ende gut und gerne 470.000€. Hinzu kommen noch Steuern, Unterhaltskosten, Notargebühren, und und und…
Am Ende hat man ein Haus mit einem Wert von 300.000€ (dieser fällt auch noch im Laufe der Zeit), für das man fast 500.000€ bezahlt hat. Und wenn es dir dann endlich gehört (nach 20-30 Jahren), fängt es an kaputt zu gehen… Jetzt werden neue Böden, neue Fenster, ein neues Dach o.ä. nötig…
Jeder halbwegs mathematisch begabte Mensch sollte bei sowas die Hände über dem Kopf zusammenschlagen!

Ein Eigenheim ist laut Definition keine Investition, sondern eine VERBINDLICHKEIT.
Hinsichtlich der finanziellen Unabhängigkeit ist es eine Fessel, ein riesiger Klotz am Bein, ein Luxus, den man sich gönnt…

Anders sieht die Sache aus, wenn man eine Immobilie erbt. Hier entstehen keine Kosten für den Kauf (nur für Unterhalt und Instandhaltung). In diesem Fall wäre es ein prima Schritt zur finanziellen Freiheit.

Fazit

Der Traum von der finanziellen Unabhängigkeit ist einfacher zu erreichen als viele vielleicht glauben. Man benötigt nicht zwingend Hunderttausende oder Millionen von Euro auf dem Bankkonto. Schon mit sehr kleinen Schritten kann man sich finanziell deutlich unabhängiger machen. Allerdings muss man dafür mit einigen althergebrachten Denkweisen brechen!
Man sollte nicht einfach blind alles glauben, was uns von unserer Eltern- und Großeltern-Generation weisgemacht wurde. Mach‘ dir deine eigenen Gedanken und versuche deine Finanzen logisch und rational zu betrachten und achte darauf, dass du nicht über deine Verhältnisse lebst.
Nur weil ALLE etwas tun, muss es noch lange nicht richtig sein!

Wenn du etwas willst was sonst keiner hat, musst du etwas tun, was sonst keiner tut!

 

Mach‘ aus deiner Leidenschaft ein eigenes Business, baue dir ein passives Einkommen auf, mit dem du in kürzester Zeit finanziell unabhängig wirst!

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